Der vielleicht radikalste Akt des Widerstands im Angesicht von Widrigkeiten besteht darin, voller Freude zu leben.
Ari Honarvar
„Für mich ist es wirklich schwierig, mich auf die Themen hier einzulassen. Gerade jetzt, wo sich die Klimakrise so drastisch zeigt.”
Das sagte eine Teilnehmerin am ersten Abend unseres Sommer.Campus.
Draußen: brütende Hitze, staubig braune Felder, verdurstende Bäume. Drinnen: rund 100 Menschen. Wir reden, spüren, tanzen. Eine Woche lang geht es um Kulturwandel: um Gender und tiefe Prägungen, um Demokratie, um die Weisheit des Körpers.
Ist es wirklich das, was es jetzt braucht?
Diese Frage haben wir uns schon vor dem Campus gestellt: Sind „weiche” Kulturthemen relevant, wenn die Ernte ausfällt? Sollten wir nicht Handfesteres tun?
Vielleicht beschäftigt dich diese Spannung auch.
Natürlich braucht es unser Handeln – dass wir aktiv werden und Verantwortung übernehmen. Und wir erleben es immer wieder: Wenn der Druck steigt, greifen wir meist auf das zurück, was wir kennen – individuell wie kollektiv.
Mehr vom Gleichen, nur schneller.
Braucht es neben dem Handeln nicht auch etwas anderes – innehalten, wahrnehmen, was wirklich dran ist, und vor allem Beziehungen, die auch dann halten, wenn es eng wird?
Wie das zusammenspielt, zeigt ein Bild von der Tiefenökologin Joanna Macy, das uns durch den Sommer.Campus begleitet hat: der große Wandel als Rad.
In der Nabe liegt der Bewusstseins- und Kulturwandel. Die Speichen stehen für Widerstand – Zerstörung aufhalten, Zeit gewinnen, Raum schaffen. Am Radkranz entsteht Neues: Initiativen, Projekte und neue Formen des Miteinanders.
Keine dieser Ebenen trägt allein. Ein anderes Bewusstsein verändert die Welt noch nicht. Widerstand ohne innere Verwurzelung kann verhärten. Und Neues aufzubauen braucht Menschen, die miteinander verbunden sind.
Verbundenheit entsteht aber nicht nebenbei. Sie braucht Zeit und Orte, an denen sie wachsen kann. Der Nobelpreisträger Ilya Prigogine nennt solche kleinen Bereiche von Zusammenspiel und Stimmigkeit „Inseln der Kohärenz” – sie können Systeme fern vom Gleichgewicht in eine neue Ordnung tragen.
Vielleicht war unser Sommer.Campus selbst so eine Insel. Denken, Fühlen und Handeln rückten zusammen. Menschen haben konkrete Aktionen entwickelt und vor Ort umgesetzt, sich berühren lassen, einander zugehört. Und die Erfahrung gemacht: Ein anderes Miteinander ist möglich.
So ist für eine Woche eine Gemeinschaft entstanden, aus der viele von uns gestärkt nach Hause gefahren sind. „Vom Kopf in den Körper, vom Ego in die Gemeinschaft, vom Schneckenhaus ins Offene, von der Erschöpfung in die Kraft”, schrieb uns eine Teilnehmerin danach.
Ein paar Eindrücke aus dieser Woche kannst du hier nachlesen:
👉 Warum es sich lohnt, trotzdem zusammenzukommen
Wir finden: Solche Räume gehören nicht nur in eine Sommerwoche, sondern mitten in den Alltag.
Wer sind die Menschen, mit denen du verbunden bleibst, auch wenn es eng wird? Vielleicht ist das längst eine kleine Insel. Und Inseln verändern die Strömung.
Herzlich, Elisabeth und Martin – für das Team von Pioneers of Change
P.S. Wie können Frauen* ihre ureigene Kraft wiederentdecken und für das Leben einsetzen? Diese Frage vor dem Hintergrund meiner eigenen Lebensgeschichte ließ mich Women Re.Member entwickeln – den Onlinekurs für Frauen*, die – so wie ich – ihre ganz eigene Kraft wiederentdecken und lebensdienlich einsetzen wollen. Wir starten wieder am 24. September.
P.P.S. Frauen* = alle Personen, die sich selbst als Frauen definieren.
Blog: Warum es sich lohnt, trotzdem zusammenzukommen
100 Menschen, fünf Tage, vier Seminarstränge – und viele unerwartete Begegnungen. Elisabeth erzählt, was sie vom Sommer.Campus mitnimmt: über Gemeinschaft, Verbundenheit und die Frage, warum Innehalten gerade in Zeiten großer Dringlichkeit wichtig sein kann.
Wie gelingt gesellschaftlicher Zusammenhalt?
Was hilft, wenn die Gräben tief sind?
Ein Highlight beim Sommer.Campus war unser Gespräch mit Wolfgang Sechser, Mitgründer der Zukunftswerkstatt Schloss Tempelhof. Seine Erfahrung aus 16 Jahren Gemeinschaft: Erst begegnen wir uns als Menschen – dann können wir über die Unterschiede sprechen.
Ein kleiner Schritt für die Bürokratie, ein großer für uns
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Damit können Spenden aus Deutschland ab sofort steuerlich geltend gemacht werden. Ein Grund zum Feiern! Wenn du unsere Arbeit schon länger unterstützen möchtest: Jetzt ist ein guter Moment dafür.
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Wie kann sich ein Unternehmen regenerativ organisieren?
Antje von Dewitz zeigt in diesem kostenfreien Webiinar, wie „Führen für das Leben“ bei VAUDE gelingt – mit einer nachhaltigen Arbeitskultur, die Führung, Familie und Leben zusammenbringt.
3. September, 19:30 Uhr
Resilienzkreis über unsere Hitzebetroffenheit
Die Garten-Expertin Andrea Heistinger & Ernst Gugler laden am 16. September Gärtner:innen & Landwirt:innen zum kostenfreien Resilienz-Kreis zur Dürre-Krise ein, um Sorgen und Belastungen rund um Hitze und Wasserknappheit miteinander zu teilen. Online. Kostenfrei.
Förderung Gemeinwohl-orientierter Unternehmen
Wie kann dein Unternehmen aktiv zur Lösung der aktuellen Krisen beitragen? Antworten auf diese Frage findest du im re:connect Inkubator. Geförderte Plätze für Sozialunternehmen und Gründer:innen.
Stille-Retreat mit Hemma & Martin Büchele
In diesem vorweihnachtlichen Retreat hast du Zeit, dich mit dir selbst zu verbinden, das Jahr abzuschließen und deinen inneren Kompass neu auszurichten. Für alle, die sich in der Welt engagieren und viel für andere tun.
3.-6. Dezember, Bildungshaus Batschuns (Vorarlberg)
Good News!
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» Info-Call zum Online-Training Women Re.Member (16. September)
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» Hosting für Kulturwandel Online-Weiterbildung zu Art of Hosting (Start: 9. Oktober)
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Die Welt verändert sich nicht Mensch für Mensch. Sie verändert sich, wenn Beziehungsnetze zwischen Menschen entstehen, die entdecken, dass sie ein gemeinsames Anliegen teilen – und eine Vorstellung davon, was möglich ist.
Meg Wheatley
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