Meine Erlebnisse beim Symposium „Rebell*innen des Friedens“

Eben verbrachte ich ein paar Tage in der spannenden Gemeinschaft Sulzbrunn im schönen Allgäu. Ich bin dem Ruf von Geseko von Lüpke gefolgt, der zum Thema „Sacred Activism“ erstmals das Symposium „Rebell*innen des Friedens“ organisiert hat – in Co-kreation mit der Project Peace-Gründerin Adelheid Tlach-Eickhoff.

Das Symposium zog eine bunte Mischung an Menschen an: „Älteste“ der Mohawk und Lakota von der Standing-Rock-Bewegung, Aktivistinnen aus Israel-Palästina, junge Engagierte vom Hambacher Forst und eine große Abordnung aus Tamera, die mit „Defend the Sacred“ im Vorjahr in Portugal großartige Arbeit leisteten.

Bilder: Gemeinschaft Sulzbrunn

Bleib informiert!

Trage dich für den
Newsletter ein und du
bekommst die neue
Version des E-Books
„Wege in die Zukunft“.

Impulsgeber*innen vom Online-Summit

Was mich besonders freut: Hier treffe ich auch auf mehrere meiner Interview-Partner*innen vom Online-Summit.

  • Gabi Bott erzählt mir bei einem Spaziergang, wie sie die Tiefenökologie immer mehr in die buddhistische Gemeinschaft hineintragen kann und so ihren Beitrag zu einem „engagierten Buddhismus“ leistet.
  • Mit dem 84-jährigen Declan Kennedy (Permakultur-Pionier) verbringe ich innige Stunden. Er ist begeistert vom Summit und von meiner Art, Interviews zu führen. Wir sprechen über das, was sich seit den 68ern zum Guten gewendet hat. Er schenkt mir seinen Gedichtband und drückt mir einen Kuss auf den Mund zur Verabschiedung.
  • Heike Pourian bringt als Tänzerin die Dimension der „Verkörperung“ in dieses doch recht wortlastige Treffen von Declan und mir. Ich staune über die Vertrautheit, die aufgrund unserer Online-Begegnung schon da ist und hab Spaß bei einer kleinen „Bewegungsimprovisation“ mit ihr.
  • Tobi Rosswog versäume ich knapp, weil ich früher abreisen musste – aber ich hab‘ ihn eh am kommenden Wochenende nach Österreich eingeladen zu einem Event mit Pioneers of Change Absolvent*innen.

Weitere Highlights für mich …

  • Meine Begegnung mit der faszinierenden Naturbeziehungs-Pionierin und Autorin Susanne Fischer-Rizzi – sie hat mir von ihrem Leben erzählt und was sie jetzt anders empfindet als 1968 in San Francisco oder bei der Umweltbewegung der 80er. Ich darf sie interviewen für den nächsten Summit! Du kannst dich drauf freuen!
  • Die bewegenden Reden der Ältesten der Mohawk und Lakota, die ein ganz anderes als das im Westen verbreitete Weltbild verkörpern. Zum Beispiel gibt es bei den Lakota keine Wörter für Vergangenheit und Zukunft – und auch keines für „Ich“. Ihr Weltbild bringen sie nach Jahrhunderten der Unterdrückung wieder mehr ins Leben.
  • Meine Begegnung mit Gigi Coyle, einer beeindruckenden internationalen Friedensaktivistin aus Kalifornien (The Way of Council). Sie widmet ihr Leben „Beziehungen zu heilen“ – auf allen Ebenen. Sie erzählte mir von ihrer Freundschaft mit Charles Eisenstein une von einer Praxis, die sie von Thich Nhat Hanh gelernt hat (wie wir mit Mitgefühl die Nachrichten aufnehmen können und welche „Reinigungsrituale“ sie für sich gefunden hat). Auch sie hat mir zugesagt für den nächsten Summit! Freut euch J
  • Der Künstler Johannes Volkmann, der mit seiner Idee eines „Weltkindergerichtshof“ schon in der Umsetzung ist – und gerade weltweit Spielzeugwaffen für die erste Säule sammelt.
  • Die Begegnung mit Tom Steininger, dem Herausgeber vom Evolve-Magazin. Er hat die Perspektive, dass wir die Systemkrise auch als „Initiationsprozess“ in eine neue Gesellschaft sehen können. Er und seine Partnerin Elisabeth Debold steuerten in einer Runde  mit Ina Meyer Stoll und Andreas Duda vom ZEGG ihre Erfahrungen bei, wie wir Gemeinschaft auf einer neuen Ebene aufbauen können – einen „We-Space“, der sogar online möglich wird.

Ich musste leider frühzeitig abreisen – das Symposium läuft noch bis Sonntag und es wird auch Video-Aufzeichnungen geben… (bitte direkt in Sulzbrunn nachfragen).

Junge Aktivist*innen begegnen den Ältesten

So alt bin ich ja noch nicht. Trotzdem bin ich – im äußeren Kreis sitzend – eingeladen, den rund 30 jungen Aktivist*innen in der Mitte zuzuhören und zu begegnen. Wie ist es, in einer Zeit von Klimakrise und Artensterben aufzuwachsen? Bei den Jugendlichen ist alles da – Angst, Wut, Trauer, Ohnmacht.

Ich bewundere, wie weit und weise sie schon sind in ihren jungen Jahren – die Klarheit und positive Strahlkraft von manchen. Zum Beispiel die junge Luisa Kleine, die mit Tobi Rosswog und anderen das MoveUtopia organisiert, ein Jugend-Festival für über 1000 Menschen.

Sehr spürbar sind die Spannungsfelder, die diese Generation beschäftigen – Tun und Sein, Dringlichkeit und Entschleunigung, Verbindlichkeit und Lustorientierung, Konfrontation und Lebensfreude.

Noch ein paar Worte zum Schluss, weil mir die (Zusammen)-Arbeit mit jungen Menschen so am Herzen liegt.

Junge Menschen unterstützen!

Mir ist klar geworden, wie wichtig es in unserer Zeit ist, der jungen Generation beizustehen. Ihnen zu helfen, Orientierung zu finden. Nicht aus einer Haltung „wir wissen es – und zeigen es euch“ – sondern als gemeinsamer Prozess in einer gleichwürdigen Beziehung.

Ich freu mich deshalb besonders, dass wir heuer im Sommer ein Jugendcamp anbieten.

Apropos: Wir laden jetzt Jugendliche zwischen 15 und 20 ein, sich für eine kostenfreie Teilnahme zu bewerben.

 

Ich bin dankbar, dass Maria Oberwinkler und ihr Team das Jugendprojekt vorantreibt, auch wenn es finanziell ein Grenzgang ist.

Wenn du – ja vielleicht du – diese Initiative für junge Menschen mit einem Geldbetrag unterstützen kannst, dann tu es bitte jetzt. Maria und ihr Team können Rückenwind gebrauchen. Bitte übernimm eine Patenschaft für eine engagierte JugendlicheN, die es sich nicht leisten kann…

Martin Kirchner ist Mitgründer der Pioneers of Change in Österreich

PS: Möchtest du dich als Rebell*in üben?

2019-06-05T10:39:05+00:00

2 Comments

  1. Lisa Koschat
    Silke David 24. Mai 2019 at 17:02 - Reply

    Lieber Martin,

    danke für die kurze Zusammenschau des Treffens, bei dem ich auch gerne dabei gewesen wäre!
    So können wir Daheimgebliebenen uns einen kleinen Eindruck davon machen.

    Liebe Grüße von

    Silke

  2. Lisa Koschat
    Margitta 24. Mai 2019 at 11:16 - Reply

    Meine große Not der Umweltzerstörung auf allen Ebenen, die mir seit frühesten Kindheitstagen so bewußt ist, kann nun dem Hoffnungsfunken weichen, wenn ich solche Initiativen wie „Rebellinnen des Friedens“ u.ä. zur Kenntnis nehme. Martin, Dein Engagement und Brennen, ist einfach so wohltuend – ich selbst habe schon so manche Intiative ins Leben gerufen, doch fehlten mir die Weggefährten. Die Zeit ist überreif für den Wandel – ich werde ein Großes Herz in der Stadt aufhängen für den Wahltag: Wählt eine „Politik des Herzens“ – und ansonsten suche ich noch die Verbündeten. Zur Zeit fühle ich mich sehr erschöpft.

Leave A Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

X