Schaffenskraft &
Fokusfreude

5 Tipps, wie du deine Ideen auf den Boden bringst

Schaffenskraft & Fokusfreude

Es ist verdammt noch mal nicht leicht, sich auf das Wesentliche zu fokussieren, beständig dranzubleiben und Ideen wirklich auf den Boden zu bringen.

Vor allem wenn wir eher visionär und kreativ veranlagt sind und auf uns allein gestellt Strukturen schaffen müssen… Wir sind ja schließlich ein Schulsystem oder Arbeitgeber mit Vorgaben usw. gewohnt.

Wie können wir uns selbst Struktur geben und in eine gesunde Form der Schaffenskraft kommen?

Ok, ich bin noch kein Meister…

…aber ich hab’ in den letzten 15 Jahren schon einiges an Projekten weitergebracht und – ja auch durch viel blödes Verhalten meinerseits – am Weg doch schon einiges gelernt. Somit erlaub ich mir, aus meiner Erfahrung ein paar Tipps zusammenzustellen.

Zwischenzeitlich litt ich unter folgenden Symptomen

Vielleicht erkennst du auch das eine oder andere wieder:

  • Immer an vielen Dingen gleichzeitig gearbeitet, gaaanz viele offene Fäden gehalten, wenig wirklich abgeschlossen.
  • Oft abgelenkt und unterbrochen worden, wie ein Künstler mal hier mal da herumgepinselt
  • Hunderte unbeantwortete Emails
  • Termine und Aufgaben, die ich vergessen habe (in meiner Zettelwirtschaft untergegangen)
  • Ausgepowert am Ende eines Tages

Und so – getreu des alten Meisterspruchs meines Freundes Joschi Sedlak – „You teach what you have to learn most“ gibt’s hier meine ersten 5 Tipps – mehr werden folgen! (vor allem für Menschen relevant, die viel auch online kommunizieren.)

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Was ich gelernt habe:

Tipp 1: Nicht alles wollen. Nicht alles sofort wollen.

So erstaunlich es klingt: es geht nicht alles gleichzeitig. Das kapieren kreative oder visionär veranlagte Menschen (wie ich) oft nicht. Es gibt so viel, was getan werden muss! So viele Ideen, die in die Welt kommen wollen!

Wenn ich meine Aufmerksamkeit zu sehr verteile, kann dabei herauskommen, dass GAR NIX weitergeht, ich mich verzettle. „I am spreading myself too thin“, sagt dann ein eleganter englischer Buttertoastvergleich.

Dass ich mich entscheiden muss und zu Dingen „NICHT JETZT“ sage, tut manchmal ein wenig weh. Aber das Prioritäten setzen gilt es zu lernen: Zu klären, was ich jetzt mit Fokus und voller Kraft verfolge – und was längere Vorbereitung braucht, langfristig und strategisch vorausschauend aufgesetzt werden will.

-> Mach’ jetzt eine Liste von den Dingen, die du zu tun hast und identifiziere die wenigen Punkte, die wie ein Engpass sind und einen WESENTLICHEN Unterschied machen würden, wenn du sie wirklich erledigt hättest (oft sind sie nicht so angenehm, uaah).

Tipp 2: Mach das Wichtige zuerst

Wir tendieren oft dazu, von den anstehenden Aufgaben vor allem jene Dinge zu machen, die „nett“ sind – einfach sind, gewohnt sind.

Nur verschiebt sich damit auch der Zeitpunkt, wo ich die wirklich WICHTIGEN Dinge angehe, die einen wesentlichen Unterschied machen würden. Und so kann mein Tag vergehen mit Emails, Telefonaten, Besorgungen, … und für das wirklich Wichtige hab’ ich dann heute „keinen Kopf mehr“ (morgen, ja morgen…).

-> Du hast Zeiten, wo du mehr „Brainpower“ und Konzentration hast, meist zu Tagesbeginn oder nach längeren Pausen. Mache ZUERST zB. das Marketing-Konzept, die Vortrags-Vorbereitung und später erst die Emails, das Meeting, ….

Doing the right thing
is more important
than doing the things right.

Peter Drucker
 

Tipp 3: Schaffe dir ablenkungsfreie Fokuszeiten

Wie süchtig sind viele von uns nach den kleinen „Kicks“ von unseren „Weapons of Mass Distraction“. Durch unsere Emails, unseren Facebook-Stream, originelle Videos, … fühlen wir uns verbunden, fühlen uns wichtig, unterhalten uns und… lenken uns prächtig ab!

Und natürlich können uns auch Menschen aus der Konzentration reißen: die KollegInnen im Großraumbüro oder unsere kleinen Kinder zu Hause (das ist überhaupt SEHR herausfordernd, das wird mal ein eigener Beitrag).

Tipps für konzentrierte Arbeitszeiten am Computer:

  • Kauf dir einen Wecker oder nutze dein Handy (im Flugmodus!) und schaffe dir einen Rahmen für ungestörte „Arbeitssessions“ von zB. je 60 Minuten, wo du ein Thema fokussiert bearbeitest.
  • Schalte jegliche „du hast eine neue Nachricht“-Pop-Ups Töne aus (von Outlook, Facebook, WhatsApp) – das bringt dich nur ´raus aus deinem Flow und ist Produktivitäts-Killer Nummer Eins!

Tipp 4: Single-Tasking

Die Idee vom Multitasking war schon immer ein Blödsinn, das menschliche Gehirn kann sich zu einem Zeitpunkt nur auf eine Sache konzentrieren und nicht auf zwei (gilt angeblich für Männer UND Frauen).

-> Wenn du am Computer arbeitest: alles schließen bis auf das Dokument, an dem du arbeitest. Vor allem das Mailprogramm schließen. Du musst Mails normalerweise nicht binnen einer Stunde beantworten. Mailchecken reicht vielleicht 1 mal pro Tag, oder von mir aus 3 mal, aber nicht alle 10 Minuten!

Busyness is not a reason for not getting other things done. It is an excuse for not claiming your true priorities.

Alan Cohen

 

Tipp 5: Mach Pausen und gönn dir NIX

Für deine Schaffenskraft brauchst du Zeiten, wo du in einen völlig anderen Seinszustand kommst. Du kannst nicht immer nur in einem aktiven, produzierenden Modus sein, nicht immer nur in Kommunikation, im Hirn. Du brauchst Muße, Muse, Apfelmus.

  • Mach’ Pausen tagsüber zwischen deinen konzentrierten Arbeitssessions, zB: laufen gehen, zu James Brown tanzen, abwaschen, staubsaugen, Garten jäten, binaurale Meditationsmusik hören, Holz hacken, Gitarre spielen, Sonnengruß machen.
  • Für Smartphones bräuchte man eigentlich sowas wie einen Führerschein. So schwer, mit denen gesund umzugehen! Sie verführen uns in den Pausen. Am Klo mal schnell Nachrichten checken (ich bekenne), vom Computer aufstehen und die Pause mit telefonieren verbringen. Installiere dir in einem Moment geistiger Klarheit Apps, die dich daran hindern zB. BreakFree, AntiSocial, AppBlock.
  • Feierabende, Feiertage, Wochenenden und Urlaube sind kein überkommenes Konzept und sollten selbst für die progressivsten WeltverbessererInnen heilig sein. D.h. Computer am Abend abdrehen, Handy am Wochenende abdrehen und in den Urlaub gar nicht mitnehmen. Amen.

Und du?

Teile hier deine Erfahrungen und Tipps, auf dass wir alle mehr unsere Schaffenskraft und Fokusfreude freilegen!

Die Produktivität von Workaholics wird meist überschätzt. Oft mangelt es ihnen einfach gravierend an Tatkraft fürs Nichtstun.

Karl-Heinz Karius

Martin Kirchner ist Mitgründer der Pioneers of Change in Österreich

2019-10-18T10:14:51+01:00

6 Kommentare

  1. Kim 25. Oktober 2017 um 13:18 Uhr - Antworten

    Danke für die Tipps! Manches davon ist für mich voll schwer umzusetzen. Gestern war ich bei einem wunderbaren Vortrag von Elisabeth Lukas (Logotherapie, sie war eine Schülerin von Viktor Frankl), und sie sagte zum Thema burn-out-Prävention gefragt Ähnliches:
    a) es gerne tun, ohne inneren Widerstand,
    b) in Ruhe tun, nur das Eine, konzentriert und mit vollem Herzen und
    c) zwischendurch also zwischen zwei Tätigkeiten in die Stille gehen, 5 Minuten, zu sich kommen, es setzen lassen, damit der Blick auf das Wesentliche wieder frei wird

  2. Doris 24. Oktober 2017 um 23:46 Uhr - Antworten

    Schön eure Beiträge zu lesen, Leute! Ich habe derzeit mal wieder die Erfahrung gemacht – mit Kindern ist´s a Stress und Kinder sind die wahren Lehrmeister 🙂 – Ich bin Mama von 4 Kindern zwischen 1 und 6, und es ist ja bekanntlich oft so, dass man Kleinkinder trägt, um möglichst schnell von A nach B zu kommen. Seit einiger Zeit praktiziere ich wieder, dass ich mit Felicitas (meiner Jüngsten) Hand in Hand einfach nur gehe, wenn wir die beiden Mittleren vom Kindergarten abholen. Und sie geht hin und zurück! Das chillt voll! Da wären wir bei der Muse. …ich freu mich schon darauf, was du zu sagen hast bei deinem “Kleinen-Kindern-Blog”, Martin!

  3. Martin Brunner 20. Oktober 2017 um 18:03 Uhr - Antworten

    Zu dem Thema passt das Buch das ich gerade gelesen habe: Natalie Knapp, Der unendliche Augenblick
    Liebe Grüße
    Martin

  4. Valentina 20. Oktober 2017 um 17:54 Uhr - Antworten

    AMEN ………. lach’ :o)))))) …. gut geschrieben – und soooo wahr!!!

  5. Alexandra Haaji 20. Oktober 2017 um 13:18 Uhr - Antworten

    Wie wichtig fokusiertes Arbeiten ist, bemerkt man dann, wenn man sich quasi schon “auflöst”. Ich habe auch diese Erfahrungen machen dürfen. Sei es aus Angst, Projekte oder Aufträge zu “verlieren”, die dann letzten Endes mehr Energie und Aufwand waren bis hin zu, mangelndem Selbstwert. Deshalb erinnere ich mich immer wieder gerne an mein eigenes Motto: “Gönn Dir Zeit & Raum!
    Wenn dann plötzlich wieder viele Termine und Möglichkeiten, Ideen und dergleichen auftauchen, frage ich mich zum einen: “Will ich das wirklich?”, “Macht es Sinn?”, “Ist es JETZT wichtig?” oder “Brauche ich grade etwas, dass ich da draussen suche?”.
    Und was mir persönlich ganz wichtig ist, in regelmäßigen Abständen in die Natur rauszugehen und mich darin zu üben, mir eine “Blase der Stille” zu bewahren, die ich dann auch in den Alltag mit hinein tragen kann. Denn gerade in dieser Stille finde ich die meisten Antworten für mich.
    Das hilft mir den Fokus zu bewahren, Energie zu sparen und vor allem – dran zu bleiben! In diesem Sinne – Ebenfalls Amen 😉

  6. Anne Schneider 20. Oktober 2017 um 12:53 Uhr - Antworten

    Ach Martin, wie gut Du Dich und mich kennst 🙂 Genauso! Nur mit den Pausen – das muß ich anders handhaben. Nicht mal schnell was im Haushalt machen ( blöd, wenn man zuhause arbeitet) denn dann komme ich überhaupt nicht mehr rein in das, was ich eigentlich machen wollte. Liebe Grüße!.

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