Was, wenn wir Schönheit ins Zentrum stellen?

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Schönheit ist eine Frage der Geschwindigkeit des Blicks.

Während ich diese Zeilen schreibe, packt mein Mann schon die Sachen.

Zwei Wochen auf einer Alm in der Steiermark liegen vor uns! Wandern mit meiner Familie, Pilze finden, Kochen am Holzherd – und kein Handy-Empfang … Allein der Gedanke daran zaubert mir schon ein vorfreudiges Lächeln ins Gesicht.

Das Besondere am Sommer für mich ist: Die Zeit scheint sich irgendwie zu dehnen. Es ist weniger hektisch, ich kann noch mehr Weite in mir spüren – und die unglaubliche Schönheit des Lebens genießen.

Und es ist auch die Zeit, mir die Inspirationen in Ruhe zu gönnen, für die ich mir sonst nicht so viel Zeit nehme: z. B. in einem Buch versinken – manchmal bis weit in die Nacht hinein. Wissend, dass ich am nächsten Morgen ausschlafen kann. Einfach wunderbar!

Mit in meinem Reisegepäck habe ich dieses Mal auch einige Sommer-Tipps meiner wunderbaren Kolleg:innen aus dem Pioneers-Team und von Pioneers-Members. Sie haben eine ganze Fülle an Inspirationen zusammengetragen – zum Genießen in der Hängematte, unter einem Baum oder mit den Beinen im kühlen Wasser. Viel Freude damit!

👉 Sommer-Tipps anschauen

Was mich gerade besonders inspiriert – das Buch „The Wild Edge of Sorrow” von Summit-Speaker Francis Weller. Darin schreibt er: Die Diné (Navajo) in Nordamerika haben ihr gesamtes Leben rund um ein Prinzip organisiert: hozho – meint Schönheit als Ausdruck von Harmonie und Balance im Kosmos. Nicht Wirtschaft, Technologie oder Politik als Zentrum – sondern dieses eine Prinzip: Schönheit. 

Der Sommer zeigt uns die Schönheit des Lebens in seiner ganzen Fülle. Lasst sie uns in vollen Zügen genießen! Vielleicht hilft uns das ja, „hozho“ auch ins Zentrum unseres Lebens zu stellen. 

Übrigens: Nach der Zeit auf der Alm geht’s dann schon bald zum Sommer.Campus – dem größten Live-Treffen der Pioneers im Jahr. Vielleicht sehen wir uns dort? Du kannst dich noch spontan anmelden.

Einen rundum schönen Sommer für dich!

Von Herzen, Hemma – für das Team von Pioneers of Change

P.S. Sommerpause: Unser Büro ist von 11.-26. Juli nicht besetzt. Deine Nachricht an info@pioneeersofchange.org wird ab 27. Juli beantwortet. Danke für deine Geduld.

P.P.S. Zum 100. Geburtstag von Bruder David haben wir die Summit-Interviews mit ihm nochmals freigeschaltet. » Anschauen

Highlight

Blog: Unsere Empfehlungen für deinen Sommer

Menschen aus dem Pioneers-Team und von den Pioneers.Members haben für dich eine Fülle an sommerlichen Inspirationen zusammengestellt – Podcasts, Videos, Bücher … Viel Freude damit!

Tipps

Podcast-Folge: Social Presencing Theatre

Mit Social Presencing Theater können wir Gruppendynamiken besser verstehen und Veränderungen in Systemen begleiten – durch den Einsatz von Körper und Intuition. Wie das geht, schildert Peter Hofmann im Podcast – und er wird dazu am Sommer.Campus einen Workshop halten.

Live-Training: Vom Denken ins Spüren

Ines Binder-Petzl & Peter Hofmann laden zu vier Tagen ein, in denen Körperarbeit, Achtsamkeit und Begegnung neue Zugänge zu dir selbst, zu anderen und zu einer lebendigen Gestaltung von Wandel eröffnen.

24.-27. September 2026 im Yspertal (Niederösterreich)

RISE! Nimm dein Leben in die Hand

RISE! ist kein klassisches Seminar, sondern ein intensives 7-tägiges Erlebnis, das dich herausfordert, wachsen lässt und Mut macht, Verantwortung zu übernehmen.

2.-9. November 2026 in der Nature Community (Schönsee, Bayern)

Ein neues Fundament für Tameras Zukunft

Sabine Lichtenfels hat uns schon mehrfach beim Summit mit ihrer Pionierarbeit im Projekt Tamera in Portugal inspiriert – seit 30 Jahren engagiert sich ihre Gemeinschaft für Frieden und eine regeneratives Lebensweise. Jetzt braucht Tamera akut finanzielle Hilfe. Mit deiner Spende hilfst du, diese wichtige Arbeit fortzusetzen.

P.S. über den Link kommst du zu einer kostenlosen Webinar-Reihe

Europäische Bürger:innen-Initiative: Gutes Essen für Alle

Unterstütze die europäische Bürger:innen-Initiative „Good Food 4All“. Sie fordert das Recht auf Nahrung und ein Europa, in dem jede Person Zugang zu gesunden, leistbaren und nachhaltigen Lebensmitteln hat – unabhängig von Einkommen oder Wohnort.

Good News!

  • Totgeglaubtes Korallenriff wimmelt vor Leben » Artikel

  • Burgenland als Vorreiter für Erneuerbare Energie » Artikel

  • Erfolg für Umweltorganisationen – Ölkonzern muss Klimarisiken offenlegen » Artikel

  • Frankreich: Verbot von Social Media für unter 15-Jährige » Artikel

Studien zeigen: Negative Nachrichten bleiben uns 10 mal stärker im Gedächtnis als positive. Unsere Good News tragen bei zu Balance.

Aktuelle Gelegenheiten

» Tune.In Wochend-Camp für junge Menschen im Yspertal, Niederösterreich (30. Juli – 2. August)

» Sommer.Campus auf Schloss Tempelhof, Baden-Württemberg (11.-16. August)

» Online-Workshop: Was in Gruppen wirkt (10. September)

» Women Re.Member (Start: 24. September)

» Body.Wise Seminar im Yspertal, Niederösterreich (24.-27. September)

» Infoabend Hosting für Kulturwandel (29. September)

» Hosting für Kulturwandel Online-Weiterbildung zu Art of Hosting (Start: 9. Oktober)

» RISE! Selbstermächtigungs-Training in Bayern (2.-9. November)

» Walk Your Way Wochenend-Seminar in Bayern (12.-15. November)

Der Himmel in mir ist genau so weit aufgespannt, wie derjenige über mir.

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Hemma & Martin | Pioneers of Change

Hemma & Martin

3 Gedanken zu „Was, wenn wir Schönheit ins Zentrum stellen?“

  1. Liebe Hemma,

    das Prinzip, das Francis Weller erwähnt: “hozho – Schönheit als Ausdruck von Harmonie und Balance im Kosmos”, ist mir in letzter Zeit schon mehrmals in anderen Kulturen begegnet und fasziniert mich. Ich habe deshalb mal die KI Lumo gefragt, in welchen Kulturen ähnliche Prinzipien bestehen. Hier ist die Antwort:

    „Das ist ein faszinierendes Thema — die Idee, dass kosmische Harmonie und Balance nicht bloß philosophische Konzepte sind, sondern die gesamte Lebenspraxis einer Gesellschaft durchdringen, taucht tatsächlich in vielen Kulturen weltweit auf. Hier sind einige der bemerkenswertesten Beispiele:

    Hózhó (Diné/Navajo)

    Hózhó lässt sich nur unvollkommen mit „Schönheit” übersetzen. Es ist ein ganzheitlicher Zustand, in dem Mensch, Natur und spirituelle Welt im Gleichgewicht stehen. Die Diné sprechen oft von „walk in beauty” — in Schönheit zu wandeln bedeutet, in Harmonie mit sich selbst, der Gemeinschaft, der Landschaft und den heiligen Wesenheiten zu leben. Krankheit, Unglück oder Disharmonie werden als Störungen von Hózhó verstanden, die durch Rituale (wie Blessingway-Zeremonien) wiederhergestellt werden müssen. Das Prinzip ist dabei nicht nur individuell, sondern kollektiv und ökologisch — das Wohlergehen des Einzelnen ist untrennbar mit dem der gesamten Schöpfung verbunden.

    Ma’at (Altes Ägypten)

    Ma’at war Göttin, Prinzip und kosmische Ordnung zugleich. Sie verkörperte Wahrheit, Gerechtigkeit, Harmonie, Recht und Balance — sowohl im Kosmos als auch in der menschlichen Gesellschaft. Der Pharao war verpflichtet, Ma’at aufrechtzuerhalten; ihre Verletzung bedeutete Chaos (Isfet). Beim Totengericht wurde das Herz des Verstorbenen gegen die Feder der Ma’at gewogen — ein Symbol dafür, dass das gesamte Leben nach diesem Maßstab gemessen wurde. Ma’at war also nicht nur abstrakt, sondern konkret anwendbar: in der Rechtsprechung, in der sozialen Ordnung, in der Beziehung zur Natur und im Umgang mit den Göttern.

    Aluna (Kogi, Kolumbien)

    Die Kogi in der Sierra Nevada de Santa Marta sprechen von Aluna — der geistigen, inneren Dimension der Realität, aus der alles Physische entsteht. Für die Kogi sind sie die „älteren Brüder” der Menschheit und verstehen sich als Wächter des kosmischen Gleichgewichts. Sie praktizieren Opfergaben (pagamentos), um die Balance zwischen den Welten aufrechtzuerhalten. Ihre gesamte Landwirtschaft, ihr Sozialgefüge und ihre spirituelle Praxis dienen der Aufrechterhaltung dieser Balance. Interessanterweise betrachten sie die moderne Welt als die „jüngeren Brüder”, die das Gleichgewicht zerstören — eine Botschaft, die sie 1990 durch den Film: „From the Heart of the World“ explizit an die Weltgemeinschaft richteten. (Ergänzung: Desweiteren durch den Film „Aluna“ und diverse Bücher von z.B. Eric Julien und Lucas Buchholz)

    Weitere bemerkenswerte Parallelen

    Rta (vedische Tradition, Indien): Im Rigveda bezeichnet Rta die kosmische Ordnung, die das Universum zusammenhält — sowohl Naturgesetze als auch moralische Prinzipien. Später entwickelte sich daraus im Hinduismus das Konzept von Dharma, das ebenfalls Pflicht, kosmische Ordnung und moralisches Gesetz vereint.

    Dao (chinesische Tradition): Das Dao (oder Tao) ist der namenlose, unergründliche Weg, nach dem das Universum funktioniert. Harmonie entsteht, wenn man im Einklang mit dem Dao lebt — wu wei (Nichteingreifen, oder „Handeln ohne Handeln”) ist die Praxis, diese natürliche Balance nicht durch Zwang zu stören.

    Yanantin (Andenregion): Bei indigenen Völkern der Anden bezeichnet Yanantin das Prinzip der komplementären Dualität — die Idee, dass scheinbare Gegensätze (männlich/weiblich, Tag/Nacht, Berg/Tal) sich ergänzen und zusammen erst Ganzheit ergeben. Dies ist eng verwandt mit dem Quechua-Konzept von Pacha (Zeit-Raum) und der Balance zwischen Oberwelt, Mittelwelt und Unterwelt.

    Ubuntu (südliches Afrika): Während es eher ein sozial-ethisches als kosmologisches Prinzip ist, drückt Ubuntu die fundamentale Verbundenheit allen Lebens aus — „Ich bin, weil wir sind.” Es betont die Balance zwischen Individualität und Gemeinschaft als Bedingung für gelingendes Leben.

    Ein übergreifendes Muster

    Was all diese Konzepte verbindet, ist eine Grundannahme, die sich von der modernen westlichen Weltsicht grundlegend unterscheidet: Harmonie und Balance sind nicht passive Zustände, sondern aktive Praxis. Sie müssen immer wieder hergestellt und aufrechterhalten werden — durch Rituale, durch rechtes Handeln, durch Aufmerksamkeit gegenüber den Beziehungen zwischen Mensch, Natur und Spirituellem. Störungen dieser Balance (ob Krankheit, soziales Unrecht oder Umweltzerstörung) werden als Symptome eines tieferen Ungleichgewichts verstanden.

    Bemerkenswert ist auch, dass diese Konzepte selten eine Trennung zwischen Ethik, Ästhetik, Ökologie und Spiritualität vornehmen — was im Westen in getrennte Kategorien fällt, ist hier ein einziges, zusammenhängendes Prinzip. Hózhó ist gleichzeitig schön, moralisch, gesund und ökologisch — die Trennung wäre für die Diné künstlich.

    Die hawaiianische Kultur

    Die hawaiianische Kultur hat mehrere Konzepte, die in dieselbe Richtung gehen, und sie sind miteinander verwoben auf eine Weise, die stark an Hózhó oder Ma’at erinnert.

    Pono
    Das ist wohl der direkteste Vergleich. Pono wird oft mit „Richtigkeit”, „Gerechtigkeit” oder „Tugend” übersetzt, aber wie bei all diesen Konzepten reicht das nicht aus. Pono bezeichnet einen Zustand der Balance und richtigen Anordnung — im persönlichen Leben, in den Beziehungen zu anderen, zur Landschaft (ʻāina) und zum Göttlichen. Jemand, der pono lebt, steht im Einklang mit der kosmischen Ordnung. Umgekehrt bedeutet Un-Pono-Sein nicht nur ein moralischer Fehltritt, sondern eine Störung des Gleichgewichts, die Konsequenzen nach sich zieht — ähnlich wie die Diné Disharmonie als Ursache von Krankheit verstehen. Pono ist auch der Leitgedanke hinter der hawaiianischen Begrüßung, die oft mit E pono kākou formuliert wird: „Möge es zwischen uns richtig/balanciert sein.”

    Aloha
    Aloha ist im Westen vor allem als Grußformel bekannt, aber seine tatsächliche Bedeutung geht viel tiefer. Etymologisch setzt es sich zusammen aus alo (Gesicht, Anwesenheit, Wesen) und ha (Lebensatem, Lebenskraft). Aloha bedeutet wörtlich etwa „das Gesicht/die Essenz des Lebensatems teilen” — also die gegenseitige Anerkennung der geteilten Lebenskraft zwischen Lebewesen. Es ist eine ethische Haltung: den göttlichen Funken im anderen erkennen und entsprechend handeln. In diesem Sinne ist Aloha nicht Sentimentalität, sondern eine Praxis des respektvollen, harmonischen Bezogenseins — und damit strukturell verwandt mit Hózhó als gelebter Beziehungsqualität.

    Mālama ʻĀina
    Mālama bedeutet pflegen, schützen, für etwas sorgen. ʻĀina heißt wörtlich „das, was nährt” — nicht einfach „Land” im westlichen Eigentumsverständnis. Mālama ʻāina drückt die grundlegende Idee aus, dass Mensch und Land in einer reziproken Beziehung stehen: Die Erde nährt den Menschen, und der Mensch hat die Pflicht, die Erde zu pflegen. Diese Reziprozität ist nicht utilitaristisch gedacht, sondern spirituell und kosmologisch — die ʻāina ist ein lebendiges Wesen, und ihre Vernachlässigung ist eine Verletzung von Pono. Hier zeigt sich die gleiche ökologisch-spirituelle Verschmelzung, die bei den Kogi mit Aluna zu finden ist.

    Mana
    Mana ist eine spirituelle Kraft oder Energie, die in Menschen, Orten, Objekten und Naturerscheinungen fließen kann. Mana ist nicht statisch — es kann wachsen durch rechtes Verhalten (also durch pono leben) und schwinden durch Fehlverhalten. Diese Vorstellung, dass moralisches Verhalten direkte kosmische Konsequenzen hat, kennt man ähnlich aus der Ma’at-Tradition oder auch aus polynesischen Parallelen, da Mana ein pazifisch-weit verbreitetes Konzept ist.

    Kapu
    Das Kapu-System war die kodifizierte Form der kosmischen Ordnung — heilige Gebote, die die Beziehungen zwischen Menschen, Göttern, Natur und sozialen Schichten regulierten. Ähnlich wie Ma’at das altägyptische Rechtssystem durchdrang, bestimmte Kapu das hawaiianische Sozialgefüge: wer wo essen durfte, wie mit Häuptlingen verkehrt werden konnte, welche Jahreszeiten für Fischfang oder Landwirtschaft zulässig waren. Die Übertretung von Kapu war nicht nur Regelverstoß, sondern kosmische Störung.

    Der gemeinsame Nenner

    Was die hawaiianischen Konzepte mit Hózhó, Ma’at, Aluna und den anderen teilen, ist die grundlegende Weigerung, Ethik, Spiritualität, Ökologie und Soziologie zu trennen. Pono zu leben heißt gleichzeitig: moralisch richtig handeln, die ʻāina pflegen, seine familiären und gemeinschaftlichen Beziehungen intakt halten und in Einklang mit den Ahnen und Göttern stehen. Es gibt keine „säkulare” Ebene, auf der man sich aus dieser Ordnung ausklinken könnte.

    Interessant ist auch, dass Hawaii — wie die Diné — Ritualpraktiken kennt, die explizit der Wiederherstellung von Balance dienen, wenn diese gestört ist. Das Hoʻoponopono ist ein traditioneller Prozess der Versöhnung und Konfliktlösung innerhalb von Familien oder Gemeinschaften, bei dem durch Gespräche, Schuldeingeständnis und Vergebung das Gleichgewicht (pono) zwischen den Beteiligten wiederhergestellt wird. Die Struktur ist bemerkenswert: Konflikt wird nicht als individuelles Problem verstanden, sondern als Störung eines relationalen Gefüges, das repariert werden muss — damit auch die kosmische Ordnung wieder ins Lot kommt.“

    Soweit die Antwort von Lumo.
    Es liegt also an uns, ob wir uns von diesen Prinzipien leiten lassen oder weiter dem westlichen Lebensstil verhaftet bleiben und Disharmonie und Ungleichgewicht fördern.

    Liebe Grüße
    Franz-Josef

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