Rob Hopkins, Autor von "How to Fall in Love with the Future", Gründer der Transition Town-Bewegung, Speaker beim INSPIRAthon 2026; Foto: James Bannister

Was Zukunft mit „Gärtnern“ zu tun hat

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Wenn du die Zukunft verändern willst, beginne so zu leben, als wärst du schon dort.

Ganz unerwartet traf ich kürzlich auf der Straße einen alten Weggefährten. Vor zehn Jahren war er Teilnehmer bei unserem Jahrestraining – und hat seither einen beeindruckenden Weg zurückgelegt: Bücher geschrieben und viele Menschen mit Vorträgen für den Wandel inspiriert.

Diesmal aber erzählte er mir von einer tiefen Sinnkrise. Angesichts der vielen Rückschläge in unserer Welt fragt er sich: Kann ich selbst überhaupt noch an Wandel glauben? Sind wir als Changemaker nicht einfach gescheitert?

Ich kenne diesen Moment – wenn der innere Funke flackert und man sich fragt, wozu das alles. Doch während ich das schreibe, merke ich: Diese Zweifel, dieses lähmende Gefühl hatte ich schon lange nicht mehr.

Vielleicht hat das damit zu tun, dass sich im Laufe der Jahre mein Verständnis von „Change-Making“ gewandelt hat. Dass ich die Illusion losgelassen habe, die schon im Begriff Changemaker steckt: dass wir Wandel wirklich „machen“ oder kontrollieren könnten. 

Der Kulturwandel-Pionier Nipun Mehta sagte mir einmal im Interview: „We cannot manufacture transformation – it can only be gardened.“ Wandel lässt sich nicht herstellen wie ein Produkt – wir können ihn nur hegen, wie Gärtner:innen, die säen und pflegen, aber das Wachstum nicht erzwingen können. Für mich heißt hegen in diesem Zusammenhang: das Meine tun – und möglichst loslassen, wie und wann sich Veränderung zeigt.

Früher dachte ich, es ginge darum, die Welt zu retten – doch darin lag wohl auch ein Stück Hochmut. 

Worum geht es dann wirklich? Was haben wir unter Kontrolle? Jedenfalls das: liebevoller zu sein. Uns in unseren Taten immer wieder neu an der Liebe auszurichten. Und das kann sehr wesentlich wirken. Denn Lebendigkeit ist ansteckend, und Liebe verwandelt Leben.

Der Zukunftsdenker Gerald Koller nennt diese Haltung „Remanzipation“ – das Wieder-in-die-Hand-nehmen unseres Lebens durch Vertrauen statt Kontrolle. Er beschreibt einen Weg in ein „Zeitalter der Lebendigkeit”, das dort beginnt, wo wir aufhören zu kontrollieren – und mit dem Leben kooperieren.

Ursula Seghezzi versteht Wandel als zyklischen Prozess – wie das Rad der Jahreszeiten: durch Loslassen und Nicht-Wissen hin zu neuer, frühlingshafter Lebendigkeit, die wir uns zuvor nicht vorstellen konnten. Sie fragt: „Welche Haltung braucht es, damit Zukunft lebensdienlich erwächst?”

All diese Fragen rund um „Wie geht Zukunft?” wollen wir diese Woche beim INSPIRathon gemeinsam erkunden. Mit Gerald “Wohlgang” Koller, Ursula Seghezzi, Nora Wilhelm, Fabian Scheidler, Rob Hopkins und vielen anderen. 

In unserer Zeit ist es not-wendig: Nicht verzagen. Sondern hegen. Lass uns also gemeinsam Gärtner:innen der Zukunft sein – säen, pflegen, vertrauen.

👉 Zum INSPIRathon anmelden

Martin Kirchner, Gründer von Pioneers of Change

Herzlich, Martin (für das Pioneers of Change-Team)

PS: Sowohl der INSPIRAthon als auch unser Wandkalender 2026 dienen auch der Finanzierung der Arbeit unseres gemeinnützigen Vereins. DANKE für großzügige Spendenbeiträge!

Highlight

INSPIRAthon: Wie geht Zukunft?

Lass dich mitreißen von unserem Inspirations-Marathon – drei Tage voller Ideen, Energie und Austausch!

  • DO, 17:30: Auftakt mit Rob Hopkins, Nora Wilhelm & Alfred Strigl
  • FR, 17:30: Fabian Scheidler, Ursula Seghezzi, Wohlgang Koller, Lino Zeddies & Ira Mollay, danach: Lange Nacht der Inspiration
  • SA, 08:00: Vertiefung mit Kosha Joubert, Franz Nahrada & Thilo Hinterberger und kraftvollen Workshops

Freie Teilnahme bzw. auf Spendenbasis (der INSPIRAthon ist ein Fundraising-Event für unseren gemeinnützigen Verein Pioneers of Change).

Tipps

Drei Tage Einkehr & Auftanken

Vom 12.–14. Dezember lädt dich das Pioneers of Change Team – Ines Binder-Petzl, Stephanie Steyrer, Bettina Hellein, Eva Kainz, Stephanie Ristig-Bresser & Pia Rox – zu einer gemeinsamen Reise ein: Wir spüren den Wurzeln für das Leben nach – und öffnen Raum für Verbindung, Inspiration & neue Kraft.

Climate Consciousness Summit 2025

Wir freuen uns riesig: Die wunderbare Kosha Joubert ist dabei beim INSPIRAthon! Sie bringt Einblicke & Highlights aus ihrem großen internationalen Online-Kongress mit, der innere Heilung mit ökologischer Transformation verbindet (14.–20. November, auf Englisch).

Friedenstüchtig: Fabian Scheidler beim INSPIRAthon!

Fabian Scheidler warnt in seinem neuen Buch vor der Spirale aus Militarisierung, Demokratieabbau und wirtschaftlichem Niedergang in der westlichen Welt – und zeigt, wie eine friedlichere Zukunft möglich ist.

» Mehr über das Buch
» Fabian am 14.-16. in der GEA Akademie

Der Mann, der schon in der Zukunft war: Rob Hopkins!

Gründer der Transition-Town-Bewegung, Visionär und professioneller Möglichmacher. Am 13.11. um 17:30 Uhr eröffnet er den INSPIRAthon – sei dabei beim fröhlich, humorvollen Auftakt & reise mit in die Zukunft!

Pioneers Kalender 2026 bestellen!

Lass dich durch das Jahr begleiten – mit berührenden Bildern, inspirierenden Zitaten & Impulsen unserer Summit-Speaker:innen.

Mosaike des Wandels #10: Hoffnung & Zukunftsbilder

Hoffnung ist kein Luxus. Sie ist die Kraft, die uns trägt, wenn es schwierig wird. Zukunftsbilder zeigen uns, wohin wir wollen – und machen Mut, Schritte dorthin zu gehen.

» Aktionstipps und mehr dazu auf LinkedIn, Instagram und Facebook

Good News!

  • Eine Million Bäume für Berlin » Artikel
  • E-Autos: Nach zwei Jahren besser fürs Klima als Verbrenner » Artikel
  • Was wäre, wenn alle Kinder den Friedensnobelpreis bekämen? » Artikel
  • Studie: Besuch von Kunstausstellungen fördern die Gesundheit » Artikel

Studien zeigen: Negative Nachrichten bleiben uns 10 mal stärker im Gedächtnis als positive. Unsere Good News tragen zu Balance bei.

Aktuelle Gelegenheiten

» INSPIRAthon Online-Event für Zukunftsmut (13.-15. November)

» Walk Your Way Wochenendseminar in Oberösterreich (20.-23. November)

» Infoabend zu Lead the Change (26. November)

» Projektschmiede Online-Workshop  (27. November)

» Re.Connect Community-Treffen in Oberösterreich (11.-14. Dezember)

» Be.Come Potenzialentfaltungs-Gemeinschaft mit Vivian Dittmar (Start: 20. Jänner/Januar)

» Lead the Change: Das Jahrestraining für Pionier.innen des Wandels  (Start: 3. März 2026)

In solchen Zeiten zu hoffen, ist nicht weltfremd. Es ist lebensnotwendig. Denn Hoffen ist mit dem „Trotzdem!“ verwandt. Hoffnung bezieht sich nicht auf die Erfüllung von Wünschen, sondern zielt mit langem Atem auf das beinah Unmögliche: auf die Verwirklichung einer größeren, vielfältigeren Vision von Leben – wie es Menschen sogar in der Hölle des KZ getan haben. Deshalb ist Hoffen eine anarchistische Kraft, die innere Autonomie möglich macht. Deshalb tut Hoffen gut!

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Hemma & Martin | Pioneers of Change

Hemma & Martin

8 Gedanken zu „Was Zukunft mit „Gärtnern“ zu tun hat“

  1. Lieber Martin,
    Vielen Dank für Deine guten Worte! Sie tun mir so gut und bestärken mich im meinen Weg gehen – so wenig ich vielleicht auszurichten vermag.
    Ich habe letzte Woche Bernd Ulrich von der ZEIT beim Münchner Klimaherbst gehört, dem diese ganze Thematik ja auch sehr am Herzen liegt. Er brach unser Wirken auf den Satz herunter: Wer wollen wir sein?
    Herzliche Grüße aus München
    Claudia

  2. Namaste Hemma, Martin und alle Freunde von pioneer of change,
    seit Jahren nehme ich teil an eure Arbeit gebe diese weiter und lass mich immer wieder inspierieren.
    Einige eurer Teilnehmer habe ich mal kennengelernt im Labor für die Menschheit – Auroville. http://www.auroville.org
    20 Jahre habe ich dort gelebt und bin jedes Jahr mit einer kleinen Gruppe spiritueller Sucher für einen Monat
    dort. Zur Zeit gründen wir einen Verein in Freiburg: Weltfrieden Jetzt e.V. Eines der wesentlichen Aufgaben dieses
    Vereins ist eine Weltfriedenskonferenz von der Menschheit für die Menschheit in der Schweiz zu planen und
    zu organisieren. Wenn unser Konzept steht, werden wir mit euch in Kontakt treten. Nichts ist wichtiger als der
    innere Frieden, den wir dann mit unserer Herzenskraft nach außen tragen.
    Love Rolf OM NAMO BHAGAVATE

  3. Andrea Rosemarie Nagel

    Lieber Martin,
    Ganz herzlichen Dank für deine Worte.
    Genau das was du beschrieben hast sind meine Gedanken. Loslassen und auf das Wesentliche konzentrieren, die Liebe für mich selbst und die Liebe für Andere….
    Und das zu kultivieren in unserer dieser Gesellschaft ist eine große Arbeit.
    Es tut gut zu wissen dass wir viele sind die an diesem Wandel arbeiten. Die Zweifel kommen immer mal wieder in den Gedanklichen. Es braucht viel Achtsamkeit , Entschlossenheit und „Freudige Kraft „ ;)sie fort zu schicken .
    Das ist hegen….
    Herzlichen verbundenen Dank aus Schleswig Holstein ,
    AndreaRosi Nagel

  4. Lieber Martin
    Deine so wertvollen – und für mich absolut stimmigen – Gedanken freuen und inspirieren mich an diesem trüben Sonntagmorgen ausserordentlich. Ganz herzlichen Dank dafür!
    Auch ich dachte früher – etwa seit 1972, nach der Veröffentlichung der Studie ‘Die Grenzen des Wachstums’ zur Zukunft der Weltwirtschaft und zur Lage der Menschheit des Club of Rome am Massachusetts Institute of Technology – die Welt retten zu können. Und ja, “da lag wohl auch ein Stück Hochmut” und Machbarkeitswahn dabei. Ich habe mittlerweile auch eingesehen: “Wandel lässt sich nicht herstellen wie ein Produkt – wir können ihn nur hegen, wie Gärtner:innen, die säen und pflegen, aber das Wachstum nicht erzwingen.”
    Mit herzlichem Gruss und besten Wünschen aus Arlesheim bei Basel

    1. An Herbert,
      Hegen und Pflegen ohne Unkraut zu rupfen führt zur Minderung des Ertrags bei der Ernte. Nicht erzwingen aber Kämpfen und Siegen lernen ist ein guter Dünger.

  5. Lieber Martin, ganz ganz lieben Dank für dein “Wort zum Sonntag”!
    Ich tu mich oft so schwer in dieser Zeit, weil einfach alles “sehr groß und viel” ist.
    Wo soll eine/r da beginnen…?!
    Aber gärtnern, ja, davon verstehe ich etwas, ich kann “Dinge” beim Wachsen begleiten.
    Und da fiel mir die Aussage in einem englischen Buch über das Gärtenschaffen ein(Mary Reynolds, “We are the Ark”),
    dass wir nicht länger Gärtner sein sollen, sondern Wächter, im englischen besonders schön “not longer gardeners but guardians”.
    Damit kann ich arbeiten, mich nicht entmutigen lassen und meinen Teil beitragen!
    Darum, DANKE, Martin, für deinen heutigen newsletter,
    You made my day!
    Herzliche Grüße, Doris

  6. Vielen Dank für diese Worte! An dieser Haltung versuche ich mich immer mehr zu orientieren, das tut mir gut und fühlt sich stimmig an.
    Das Zitat zu Beginn des Newsletters hat mich besonders gefreut. Mit dieser Haltung zum Leben können wir alle sofort positiv wirken. Und diese Wirkung spürt man. Wenn wir mit uns und anderen gut umgehen und Freude und Klarheit zum Ausdruck bringen, dann wirkt das ganz konkret und verändert in dem Moment „die Welt“.

  7. Danke für dieses schöne Bild des Gärtnerns!!!.Den Newsletter fand ich ermutigend,trotzdem ist es schmerzhaft zu hören was z.b grade im Sudan los ist,oder die Traumata in Israel/Palästina. Ich hoffe auf eine Zukunft,die ich wohl nicht mehr erleben werde,wo die Samen die viele säen,aufgehen werden.

    Solange du das Unbewusste nicht bewusst machst,wird es dein Leben lenken und du wirst es Schicksal nennen.Da bleibt individuell und kollektiv noch viel zu tun.

    Herzlichen Dank ,für die Unterstützung die Ihr dazu gebt bewusster zu werden.

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