“Wenn wir zusammenkommen, ist es wie wenn wir uns gegenseitig ‘füttern’, nähren. Da ist diese Atmosphäre von ‘Ich erzähle dir… du erzählst mir.’ Wir hören offen zu und zwischen uns entstehen neue Ideen. So wächst kollektive Inspiration, Wissen, Begeisterung und schließlich eine Aufbruchsstimmung, die wirklich etwas bewegt.”

Emiliano über die genialen Treffen seiner „Transition-Initiative“

Wie schaffen wir uns ein unterstützendes Netzwerk von Gleichgesinnten?

Nach dem Online-Summit im vergangenen März haben mir vieeele Menschen rückgemeldet, dass ihnen Gleichgesinnte fehlen. Dass sie sich ein wenig alleine fühlen und sie „irgendwie anders“ als die meisten Menschen in ihrem Umfeld sind.

Studien sagen: 70% von (jungen) Erwachsenen würden sich gerne für eine nachhaltigere Zukunft engagieren, doch nur 10-30% tun es tatsächlich. Was für ein Potenzial!

Das Problem ist, dass den meisten von uns mögliche Ansatzpunkte fehlen und Möglichkeiten, wo wir mit „den richtigen Menschen“ in Kontakt kommen.

Meine Kollegin Stephi Steyrer sagt: „Es ist schon alles da – nur noch nicht richtig miteinander verbunden! Wir müssen uns nur einander zuwenden und unsere Köpfe und Herzen zueinander drehen.

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So genial kann es sein…

Für unsere Potenzialentfaltung brauchen wir eine wertschätzende Gemeinschaft (Gerald Hüther). Wesentlich dabei ist eine Atmosphäre, wo wir „wir selbst“ sein können, ohne Angst vor Bewertung, sondern wo uns Menschen mit wohlwollenden Augen anschauen und bestärken.

Wenn wir uns in einem Netzwerk von Gleichgesinnten verbinden, dann werden Entwicklungen möglich, von denen wir jetzt oft träumen: Wir können…

  • uns gegenseitig inspirieren und dadurch zu neuen Ideen kommen,
  • uns mit unseren unterschiedlichen Fähigkeiten unterstützen und Partner*innen für Projekte finden,
  • uns Feedback geben und uns Mut geben in herausfordernden Zeiten,
  • neue Freund*innen und eine Heimat finden,
  • unser Potenzial freilegen und über uns selbst hinauswachsen.

Jede Person hat ihren eigenen Traum. Und wenn wir die Träume nebeneinander und lassen und ein „Feld der Bestärkung“ aufbauen, dann bekommen wir und unsere Ideen Kraft.

Meist läuft es aber anders…

Kennst du das: Du gehst auf einen Event (zB. eine Konferenz), wo Menschen eher als wandelnde Gehirne herumlaufen und Frontalvorträge mit einer Überdosis Powerpoint die Lebendigkeit abtöten.

Du fühlst dich fremd, weißt nicht recht, was du sagen sollst im Smalltalk und fühlst dich irgendwie „unverbunden“. Du sammelst ein paar Visitenkarten ein, isst ein paar Brötchen, gehst aber irgendwie leer nach Hause.

Ja, für diesen Beitrag hab’ ich zu „Networking“ gegoogelt – und mir wurde ein bisschen schlecht dabei. Grausliche Tipps zur Selbstdarstellung und was du in welcher Reihenfolge machen musst, um möglichst „erfolgreich“ zu sein.

Was wir hier meinen mit „Netzwerk der Bestärkung“ ist etwas anderes: Menschlichkeit, authentische Begegnungen, Herzlichkeit, Wertschätzung, Inspiration. Und dazu jetzt…

„Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist es der Anfang einer neuen Wirklichkeit.” – Dom Hélder Càmara

5 Tipps: Wie du dir ein Netzwerk von Gleichgesinnten schaffst

1) Würdige das “Wir” in kleinen Begegnungen

Authentische Beziehungen können dann entstehen, wenn du bereit bist, dich zu zeigen und offen dafür bist, was dir von anderen begegnet.

Indem du teilst,  was dich bewegt und wie es dir geht, ensteht Verbindung. Wenn du empathisch hinspürst, was bei anderen los ist, können sie sich leichter öffnen.

Probier’ es einfach aus. Wenn du im Aufzug Menschen freundlich ansprichst, wenn du an der Kassa jemanden vorlässt oder in der U-Bahn jemanden zulächelst, entsteht schon ein Wir.

2) Geh zu den „richtigen“ Veranstaltungen

Gott sein Dank beginnt sich „Art of Hosting“ zu verbreiten. Damit ist die Art und Weise gemeint, WIE – methodisch und aus welcher Haltung – Events gestaltet und moderiert werden.

Geh’ zu Veranstaltungen, die eben nicht „old-school“, kopfig oder auf Selbstdarstellung hin ausgerichtet sind, sondern wo du als ganzer Mensch in Begegnung gehen kannst, wo die Programm-Struktur und das „Hosting“ aktiv Gemeinschaftsbildung und Vernetzung unterstützt (Beispiele: Zukunftsforum in Krems, Veranstaltungen im Ökodorf Sieben Linden, im ZEGG, von den OYA-Leuten, der Ecstatic Carneval, und Community Abende von Pioneers of Change (und in Zukunft Regionaltreffen).

Alleine zu großen Veranstaltungen zu gehen, kann oft einsam sein. Such dir einen Buddy, mit dem du gemeinsam am Weg sein und reflektieren kannst (siehe Beitrag über Buddy-Building).

3) Ganzheitliche Trainingsprogramme – nimm Teil oder organisiere selbst

Bei unserem LERNgang haben wir die Erfahrung gemacht, wie stark Menschen in Ausbildungsgruppen mit hohem Persönlichkeitsentwicklungs-Anteil zusammenwachsen können. Vielleicht ist das die stärkste Methode zum Aufbau von Verbundenheit und Netzwerken von Gleichgesinnten…

Was interessiert dich? Schau dich um – offline und online. Wenn du gern eine Ausbildung in deiner Region hättest, kannst du sie auch selbst organisieren, Expert*innen einladen und so lernen (hab’ ich öfters gemacht – von wem magst du gerade lernen?).

4) Docke bei bestehenden Initiativen an

Ein einfacher Weg, sich ein Netzwerk zu schaffen, ist bei offenen Initiativen anzudocken. Gibt es einen Gemeinschaftsgarten in deiner Stadt? Einen ImpactHub? Gibt es eine Lokalgruppe für Gemeinwohl-Ökonomie in deiner Region? Attac, Greenpeace, Südwind, Transition-Town, Artabana (in D), TDU-Gruppen, Mutmacherei oder SOL (in Ö), …

Oder docke bei einem konkreten Projekten an. Viele  sind nicht nur auf der Suche nach finanzieller Unterstützung, sondern auch nach Menschen, die mit ihrer Zeit und ihren Fähigkeiten beitragen wollen. Schau dich mal hier um, z.B. Respekt.net, WeChange, Gemeinwohlprojekte. Gemeinsames Tun lässt Gemeinschaft entstehen und wachsen!

=>Schreib bitte unten deine Vorschläge in ein Kommentar – könnte für andere hilfreich sein!

5) Lade selbst ein zu Vernetzungstreffen

Organisiere einfach selbst einen Event. Das kann ganz unkompliziert sein. Wähle ein brennendes Thema in deiner Region, lade evtl. eine Expert*in ein, veranstalte eine Exkursion zu einem spannenden Projekt.

Wenn du willst, kannst du auch im Rahmen des nächsten Pioneers of Change Online-Summits Gastgeber*in für regionale Treffen werden. Du bist frei in der Gestaltung der Treffen – wann, wo, wie und was… so wie es für Dich passt! Wir unterstützen dich gerne – u.a. mit einem Gratis-Training! Für mehr Info klicke hier.

Was sind deine Tipps?

Was hat sich bewährt für dich? Wo fühlst du dich wohl? Wo erlebst du Gemeinschaft? Lasst uns gemeinsam sammeln! Schreibe deine Erfahrung in das Kommentarfeld und hilf anderen damit.

Oder vor welchen Herausforderungen stehst Du, mit den richtigen Menschen in Kontakt zu kommen? Wenn du fragst, kann dir geholfen werden. Denn: Gemeinsam sind wir stark! 😉

Martin Kirchner ist Mitgründer der Pioneers of Change in Österreich

2018-12-10T14:50:23+02:00

5 Comments

  1. Florian 3. Dezember 2017 at 13:21 - Reply

    Vielen Dank für den coolen Artikel.

    Als Ergänzung hier ein Tipp zum Mitmachen bei System Change, not Climate Change! (die meiner Meinung nach hippste Systemwandel- und Klimagerechtigkeitsbewegung in Ö): http://systemchange-not-climatechange.at/de/aktivwerden/

    Hauptsächlich in Wien & Graz aktiv, aber auch in Salzburg und Kärnten wird an Regionalgruppen gebastelt. So eine tolle Community! Hat mich selbst ungemein bestärkt 🙂

    • Martin Kirchner 5. Dezember 2017 at 9:42 - Reply

      Danke Florian!
      Ich überlege, eine Gründungsperson zu interviewen von “System Change, not CLimate Change” – weißt du, wer das wäre?

  2. Helmut Gruber 2. Dezember 2017 at 11:52 - Reply

    Ich komme in Punkt 4 der Einladung nach, etwas zu ergänzen:
    Wir arbeiten an PATRON4change.
    Mit PATRON4change fördern wir soziales Engagement, indem wir Pionieren des Wandels ein Grundeinkommen ermöglichen, damit sie ihre innovativen Ideen auch wirklich umsetzen können. Über die Onlineplattform finden sie Einzelpersonen und Unternehmen, die ihnen als Patron monatlich einen Geldbetrag überweisen.
    Es entstehen langfristig Beziehungen zwischen Changemaker und Patrons und letztendlich ein Ökosystem des Wandwls.
    Im Frühjahr wird gelauncht. Mlwib dran und folge uns auf Facebook: http://www.fb.me/PATRON4change
    Und was ich auch vermisse im Artikel ist http://humanconnection.org

  3. Angelika 2. Dezember 2017 at 9:42 - Reply

    … ich war unlängst auf einem Networking Event, bei dem es dann schließlich eine Vorstellrunde gab, bei dem jeder reihum sagte, was er so macht oder machen will. Dann gabs noch eine Pinnwand, wo man eine Visitenkarte oder einen Folder vom eigenen Projekt anbringen konnte. Auch “Helping Circles” (gibt ein Ebook dazu) könnten zwischendurch eine Lösung sein …

    Angelika

  4. Piefke 1. Dezember 2017 at 14:39 - Reply

    Mein Tipp kommt nicht von mir, sondern von Rita Trattnig aus dem Film “Die Zukunft ist besser als ihr Ruf”. Das Wörtchen “ABER” mit dem Wörtchen “UND” ersetzen. Seit ich bei der Premiere des Films war, übe ich mich darin, und bin entsetzt, wie viel Aber in mir steckt, und erstaunt, was passiert, wenn ich diese vielen ABER durch UND ersetze. Ich kann dadurch andere Meinungen stehen lassen und sogar wert schätzen, ich muss nicht mehr recht haben. Das ist ein richtiges Stück Arbeit und ich bin noch weit davon entfernt, nicht manchmal doch noch recht haben zu wollen. Ich erwische mich immer noch bei vielen ABERs und darf wieder mal lernen, dass alles seine Zeit braucht, besonders die Veränderung.

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